Unterstützung im Kinderschutz
»Wie lösen eigentlich andere Landkreise ihre Kinderschutzfragen?« Hast du dich das schon einmal gefragt?
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge existiert eine Beratungs- und Interventionsstruktur bei sexualisierter Gewalt, abgekürzt BISG. Der Kinderschutzbund führt zur Kinderschutzseite des Landratsamtes.
Dort steht ein Formular für die Meldung von Kindeswohlgefährdungen zum Download zur Verfügung. Es ist leicht zu finden, einladend gestaltet und sinnvoll strukturiert.
Die Webseite leitet mit wenigen Sätzen ein: »Sie haben ein „komisches Bauchgefühl“ und den Verdacht auf sexualisierte Gewalt gegenüber einem Kind oder Jugendlichen? Wir beraten mit Ihnen die Situation und die möglichen weiteren Schritte. Möchten Sie das Jugendamt über eine Kindeswohlgefährdung informieren, nutzen Sie zuvor die Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft.«
Die Einladung folgt, eine E-Mail zu schreiben. Auch im Zweifelsfall. Und die Zusage: »Wir melden uns bei Ihnen.«
Ein Video über die insofern erfahrene Fachkraft im Landkreis ist verlinkt. Es antwortet auf die Frage: Wie sieht es aus und was passiert, wenn ich mir Sorgen um ein Kind mache? Wie machen wir das hier, wenn jemand Beratung sucht?
Das Video verkürzt Wege. Ich finde, es senkt die Hürde, sich an jemanden zu wenden. Es macht bekannt, wie insofern erfahrene Fachkräfte helfen. Es schafft Vertrauen. Wie auch der Satz: »Für den Erstkontakt können Sie jede insoweit erfahrene Fachkraft unabhängig der territorialen Zuordnung anfragen.«
Weitere Informationen folgen, wie Übersichten, Pläne, Orientierungshilfen und viele weitere Unterstützungsangebote bei sexualisierter Gewalt. Weiterhin sind acht grüne Balken als Reiter angelegt, unter denen sich mehr zu Schulungen und Material, Selbststudium, Präventionsangeboten, u.a. öffnen lässt. Die Seite schließt mit der Kontaktmöglichkeit zur verantwortlichen Person.
Sowohl der Meldebogen als auch das Video erweitern meinen Horizont.
Wie ist es bei euch im Landkreis? Kannst du dir von den Ideen etwas abschauen?

Über die Autorin

Andrea Brummack ist freie Sachverständige in Fragen sexualisierter Gewalt. Sie hilft Menschen, sexuelle Übergriffe zu bewältigen – auf der Basis nonverbaler Methoden. Sie forscht zu Traumafolgelösungen, publiziert darüber und entwickelt Fortbildungen für soziale Fachkräfte.
Ihr Buch „Way Out: Sichere Hilfe für missbrauchte Kinder. Was hilft und was heilt“ ist beim Springer-Verlag Berlin Heidelberg erschienen. Sie lebt derzeit in Tübingen bei Stuttgart, glaubt an die tägliche Portion Stille und liebt gut gemachte Krimis, in denen die Bösen ihr Fett ab kriegen. Ohne Glitzer.
„Meine Vision ist eine neue Generation von sozialen Fachkräften, die leicht mit dem Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder umgehen. Ich wünsche mir lebendige Beziehungen im Kinderschutz. Und ich verstehe, dass sozialpädagogische Fachkräfte ihre Arbeit lieben – auch wenn der Stress gewaltig ist. Weil da diese Kinder sind. Diese kleinen, unverfälschten Menschen.”