G wie Gewalt

Was ist anders in der sozialen Arbeit, wenn es um Gewalt geht?

Soziale Arbeit im Umfeld von Gewalt ist belastender als andere soziale Arbeitsfelder. Wer mit schwerer Gewalt, traumatisierten Kindern oder Straftaten konfrontiert wird, trägt seelische Lasten – bewusst oder unbewusst.

Deshalb ist soziale Arbeit im Umfeld von Gewalt nicht dieselbe wie soziale Arbeit ohne. Weil die Betreuung, die Beratung, Gewaltprävention etc. und überhaupt die Nähe zu traumatisierten Menschen das Nervensystem belasten, das Denken verändern. Niemand kann sich dem entziehen, wenn er oder sie von schlimmen Ereignissen erfährt – und dennoch reagieren wir individuell verschieden – mit unterschiedlichen Symptomen.

Sekundäre Traumatisierungen erkennen

Eine wichtige Frage ist, wie sich Helferpersonen vor sekundären Traumatisierungen schützen. Der wichtigste Aspekt ist: »Kenne die mögliche Gefahr: Es gibt sekundäre Traumatisierungen.«

Fachkräfte brauchen Schutz.

Sich distanzieren? Wer in die Abwehr flüchtet, beispielsweise indem er/sie sich hinter Analysen oder Konzepten versteckt, riskiert, das er/sie betroffene Kindern gefährdet.

Der Schlüssel ist echte Nähe. Kinder, die Gewalt erlebt haben, brauchen unsere fachliche Verbundenheit.

Stellen wir uns dem Thema, auch wenn es schwerfällt. Das bedeutet, hinzusehen, auch auf die Gefahr hin, dass wir uns hilflos fühlen, überfordert, verletzt oder sehr allein. Don’t worry! auch wenn du für einen Moment in die Knie gehst: es ist zu schaffen. Dafür gibt es wirkungsvolle Methoden.

G wie Gewalt


Über die Autorin

Andrea Brummack

Andrea Brummack ist freie Sachverständige in Fragen sexualisierter Gewalt. Sie hilft Menschen, sexuelle Übergriffe zu bewältigen – auf der Basis nonverbaler Methoden. Sie forscht zu Traumafolgelösungen, publiziert darüber und entwickelt Fortbildungen, Workshops etc.

Ihr Buch „Way Out: Sichere Hilfe für missbrauchte Kinder. Was hilft und was heilt“ ist beim Springer-Verlag Berlin Heidelberg erschienen. Sie lebt derzeit in Tübingen bei Stuttgart, glaubt an die tägliche Portion Stille und liebt gut gemachte Krimis, in denen die Bösen ihr Fett ab kriegen. Ohne Glitzer.

„Meine Vision ist eine neue Generation von sozialen Fachkräften, die leicht mit dem Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder umgehen. Ich wünsche mir lebendige Beziehungen im Kinderschutz. Und ich verstehe, dass sozialpädagogische Fachkräfte ihre Arbeit lieben – auch wenn der Stress gewaltig ist. Weil da diese Kinder sind. Diese kleinen, unverfälschten Menschen.”